Kinderzahnheilkunde

Liebe Eltern,

Sie wünschen Ihrem Kind lebenslang gesunde Zähne und Zahnfleisch. Dazu benötigen Sie kein Geheimrezept. Schenken Sie den Zähnen Ihres Kindes jeden Tag ein bisschen Aufmerksamkeit: Täglich 4 Minuten Zahnpflege und regelmäßige Prophylaxetermine genügen. Wir unterstützen Sie mit einem maßgeschneiderten Vorsorgeprogramm.

 

12 Punkte zu gesunden Kinderzähnen

  1. Karies ist eine Infektionskrankheit. Die Krankheitserreger werden über den Speichel von Mund zu Mund übertragen. Wenn die Mundhöhle der Mutter wenige solcher kariesauslösenden Bakterien (Streptococcus mutans, Streptococcus sobrinus) enthält, sinkt auch die Ansteckungsgefahr für das Baby.
  2. Schwangere sollten deshalb ihre eigenen Zähne frühzeitig vor der Geburt, am besten noch vor einer Schwangerschaft, zahnärztlich betreuen und gegebenenfalls sanieren lassen.
  3. Die mundhygienischen Gewohnheiten der werdenden Mutter (und des Vaters) können durch zahnärztliche Beratung und Betreuung auf einen Stand gebracht werden, der langfristig auch die Mund- und Zahngesundheit der jungen Familie sichert.
  4. Die Beseitigung der bakteriellen Beläge (Plaque) an den Zahnflächen, in Zahnzwischenräumen und an den Säumen zum Zahnfleisch gelingt bei der häuslichen Zahnpflege nicht immer in gewünschtem Maße. Entzündung des Zahnfleisches und des knöchernen Zahnbettes können die Folge sein. Die regelmäßige Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt ist sinnvolle Ergänzung zur täglichen Zahnpflege.
  5. Ein erhöhtes Kariesrisiko kann durch intensive Mundhygiene allein vollständig ausgeschaltet werden. Deshalb empfiehlt sich die Bestimmung eines solchen Risikos mit Hilfe spezieller Speicheltests. Je nach den Ergebnissen der Risikobestimmung lässt sich dann die Bakterienzahl durch lokal wirkende antimikrobelle Lacke oder Spülungen und durch andere Maßnahmen vermeiden.
  6. Eine Ernährungsberatung der Mutter im Hinblick auf ihre eigene Zahngesundheit und auf die gesunde Entwicklung der Zähne ihres Kindes sollte frühzeitig durchgeführt werden, möglichst schon zu Beginn der Schwangerschaft.
  7. Das Saugen beim Stillen kräftigt Kiefer, Lippen und Zunge des Babys, so dass sich Zahn und Kieferstellung normal entwickeln können.
  8. Achten Sie auf kiefergerechte Sauger – das Loch im Sauger soll nicht erweitert werden. Das Baby soll sich auch beim Saugen aus der Flasche wie beim Stillen anstrengen.
  9. Beim Füttern sollen die Eltern unbedingt vermeiden, den Sauger der Babyflasche, oder später auch den Löffel, abzulecken! Auch der Beruhigungsschnuller darf natürlich nicht “sauber“ abgeleckt werden – Karieserzeugende Bakterien würden sonst übertragen.
  10. Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne beginnt die tägliche Zahnpflege beim Kind mit einer weichen Kinderzahnbürste und einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta. Auch ist bereits zu diesem Zeitpunkt die erste Vorsorgeuntersuchung des Kleinkindes beim Zahnarzt fällig. Kinder sollten frühzeitig an eine regelmäßige Untersuchung durch den Zahnarzt gewöhnt werden. Leichte Zahnschäden werden sofort erkannt und schmerzlos behoben.
  11. Ein großes Problem bei Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahre stellt nach wie vor die Saugerflaschenkaries (Nursing Bottle Caries) dar. Durch das Dauernuckeln gesüßter Tees oder Fruchtsäfte werden die Milchzähne in kurzer Zeit zerstört. Ein normales Abbeißen ist dann nicht möglich, sogar Sprachfehler können die Folge sein. Überlassen Sie Ihrem Kind die Nuckelflasche nicht dauerhaft!
  12. Auch Milchzähne müssen behandelt werden, denn kariesbedingte Schäden können die Gesundheit der bleibenden Zähne beeinträchtigen. Ein vorzeitiger Verlust der Milchzähne kann zu Zahnfehlstellungen führen. Die Milchbackenzähne dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und müssen bis zum 11/12 Lebensjahr erhalten bleiben.